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Solarenergie-Förderung

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Kommentar der M F 'O Redaktion:

Dieser Frage-Antwort-Prozess ist Teil des Dialogformates MF'O Interview. Bürgerjournalisten stellen Fragen zu gesellschaftlich relevanten Themen und Manager antworten aus ihrer persönlichen Perspektive: fair - öffentlich - direkt

left_corner Erstellt am: 08.07.2013
Fragen an Jochen Magerfleisch
Managerfragen.org - Stellen Sie Managern Ihrer Wahl eine Frage bei managerfragen.org. Und wir veröffentlichen Ihre Frage und bitten Manager um Antworten - fair, öffentlich, direkt.

Lieber Herr Magerfleisch, vielen Dank, dass Sie hier bei managerfragen.org Bürgerfragen beantworten und Sie sich zum Auftakt für dieses öffentliche Bürgerinterview zur Verfügung gestellt haben. Mein Thema: Die Kosten der Photovoltaikförderung bedrohen die Akzeptanz der Energiewende. Dabei wäre es billiger gegangen: Immer wieder stand eine Kürzung der Einspeisetarife an, und immer wieder haben Solarlobbyisten allzu starke Kürzungen verhindert. Einige Solarunternehmer wurden dadurch zu Millionären, viele Eigenheimbesitzer fuhren ansehnliche Renditen ein - auf Kosten der Stromkunden. Der Solarindustrie hat die Überförderung trotzdem wenig genutzt: Sie wurde von Kostendruck verschont und wird jetzt von chinesischen Billiganbietern ausgebremst. Daher meine Frage: Wäre es nicht im Rückblick besser für die Branche und die Akzeptanz der Energiewende gewesen, früher größere Kürzungen der Solar-Tarife in Kauf zu nehmen und nicht durch massive Lobbykampagnen zu verhindern? Mit freundlichen Grüßen, Ihr Wolfgang Gründinger

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Kommentar der M F 'O Redaktion:

Lieber Fragensteller, vielen Dank für Ihre Frage. Wir reichen die Frage nun an eine öffentlich zugängliche Emailadresse des Managers oder seines Unternehmens weiter und bitten um die Beantwortung Ihrer Bürgerfrage. Wir halten Sie auf dem Laufenden, ob und wie der Manager reagiert. Ihr Redaktionsteam von managerfragen.org

right_corner Erstellt am: 15.07.2013

Hallo Herr Gründiger, Diese Frage ist natürlich mit einem klaren JA zu beantworten, aber es ist immer leicht im Nachhinein Fehler zu benennen. Und ich kann Ihnen versichern, dass viele in der Energiewende engagierte Unternehmer und Unternehmen dies auch schon im Vorhinein so gesehen und propagiert haben. So auch juwi und das Management von juwi. Nur eben nicht alle haben die Gefahren damals erkannt bzw. richtig eingeschätzt. Aber dieser rückwärtsgewandte Blick hilft HEUTE nicht mehr viel. Viele Kinder sind in den Brunnen gefallen und jetzt geht es im Wesentlichen darum, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und es einfach besser zu machen. Dazu muss man natürlich die Ursachen dieser „Fehler“ etwas genauer betrachten, und ich bin persönlich davon überzeugt, dass die Fehler nicht im Lobbyismus der Solarindustrie lagen (der war und ist heute noch viel stärker auf der Seite der Verhinderer der Energiewende zu finden) sondern in einer Melange aus Unwissenheit, Halbwissen und mangelndem Interesse bei Bürgern, deren Vertretern und auch bei den Medien. Hier wurde und wird mit Zahlen hantiert, die ein objektives Bild auf die Thematik nicht erlauben. Egal ob bei der Frage der echten Kosten der Energiewende oder bei deren Machbarkeit. Vieles wurde und wird mit populistischen Thesen in Frage gestellt und von den Mainstream-Medien unkritisch und ungeprüft weiter gegeben. Daher gilt es heute, wenn man diese Fehler nicht wiederholen will, neue und die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Das beginnt bei der Thematik Vorrang für Erneuerbare im Netz (was aus meiner Sicht unumstößlich ist), geht weiter über stabile und verlässliche politische Rahmenbedingungen für die Erzeugung von erneuerbarer Energie und geht bis zu einem neu zu gestaltenden Preisregime, welches sich nicht (so wie es bei der Berechnung der EEG-Umlage heute der Fall ist) selbst kanibalisiert. Das Ganze ist eine Mammutaufgabe und aktuell scheint sich keine der politischen Gruppierungen zu wagen, das Thema Ganzheitlich und Gerecht anzugehen. Dabei liegen viele gute und diskutabele Vorschläge auf dem Tisch. Einen hat übrigens mein Kollege und einer der beiden Gründer von juwi, Matthias Willenbacher, jüngst in seinem Buch „Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin“ (http://www.mein-unmoralisches-angebot.de/) gemacht. Ich empfehle Ihnen diese Lektüre, denn sie bringt Licht in das Dunkel dieser Diskussion. Abschließend: Wir haben eine riesige Chance als Industrieland, eines der ersten Länder zu sein, die den unvermeidlichen Ausstieg aus fossiler Energie meistern. Und dies ohne Chaos und Revolution auf der Straße sondern geordnet, zivilisiert, wirtschaftlich sinnvoll und im gesellschaftlichen Konsens. Also: Lassen Sie uns gemeinsam nach vorn schauen und die Energiewende gestalten! Liebe Grüße aus dem sonnigen Wörrstadt in Rheinhessen Jochen Magerfleisch

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left_corner Erstellt am: 21.07.2013
Fragen an Jochen Magerfleisch
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Lieber Herr Magerfleisch, vielen Dank für die Antwort und die kritischen Worte. Sie verweisen in Ihrer Antwort auf das Buch des juwi-Chefs Matthias Willenbacher mit dem Titel "Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin". Dort steht auf Seite 146, adressiert an die Kanzlerin: "Nehmen Sie daher mein Angebot an: Mein Unternehmen gegen die sofortige und vollständige Energiewende." Halten Sie es für ein legitimes und integeres Instrument der Interessenvertretung, einer Politikerin die Schenkung eines milliardenschweren Betriebsvermögens anzubieten im Gegenzug für politische Gefälligkeiten? Mit besten Grüßen, Wolfgang Gründinger

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right_corner Erstellt am: 22.07.2013

Lieber Herr Gründiger, Absolut! Sowohl legitim, d.h. gesetzeskonform, als auch integer, also über jeden Zweifel erhaben. Der Titel ist natürlich auch provokant, und ich denke, dass Sie ehr auch das meinten. Allerdings geht es uns, und auch meinem Kollegen mit seinem Buch darum, die Diskussion wieder mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu bringen. Und das gelingt zunehmend, wenn ich mir die Anzahl der Veröffentlichungen zu dem Buch in den Medien (Handelsblatt, FAZ, Stern, Spiegel etc.) ansehe und auch die Tatsache, dass es gerade in der Bestseller Liste des Spiegel auf Platz 14 steht! Am Ende ist das Verschenken der Anteile von juwi an eine Bürgerenergiegenossenschaft versprochen, und nicht an die Kanzlerin! Das halte ich auch nicht für illegitim oder nicht integer, sondern zeugt von der ehrlichen Überzeugung, dieses Unternehmen nicht aus Profitgründen gegründet zu haben sondern aus Sorge um die Zukunft des Planeten und dessen Bewohnbarkeit für den Menschen. Kurz: Klar ist der Titel aus Marketingsicht eher reißerisch, aber das sollte bei der Vielzahl an (Des)informationen zu diesem existentiellen Themas auch erlaubt sein. Es grüßt Sie herzlich Jochen Magerfleisch

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left_corner Erstellt am: 29.07.2013
Fragen an Jochen Magerfleisch
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Lieber Herr Magerfleisch, besten Dank für die Aufklärung - das wird leider nicht so klar kommuniziert, dass das Unternehmen an eine Bürgergenossenschaft gehen soll. Gestatten Sie mir eine weitere Frage: Laut Handelsblatt veröffentlicht juwi seinen Gewinn nicht, laut Börsenanzeiger lag er 2010 bei einer Million Euro.(http://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/koepfe/milliardenkonzern-juwi-die-oeko-industriellen/6275302.html) Stimmt diese Zahl? Warum veröffentlicht juwi den Gewinn nicht transparent? Und: Wohin fließt das Geld - in die Tasche von Herrn Willensbacher? Vielen Dank für die Aufklärung, Wolfgang Gründinger

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right_corner Erstellt am: 30.07.2013

Hallo Herr Gründinger, na, Sie wollen es ja genau wissen :-). Das waren drei Fragen und hier gern die Antworten: Jedes Unternehmen in Deutschland „veröffentlicht“ seine Unternehmenszahlen. Schauen Sie doch einfach mal im elektronischen Bundesanzeiger nach. Da steht alles, was es tatsächlich an Zahlen von juwi gibt, so wie dies für alle Kapitalgesellschaften in Deutschland vorgeschrieben ist. Vermutlich meint ihre Frage allerdings: Warum „werben“ wir denn nicht mit unseren (tatsächlich guten Zahlen) indem wir diese aktiv auf der Homepage oder in Pressemitteilungen nennen. Und diese Frage ist noch leichter zu beantworten. Uns interessierten unsere Zahlen nur insoweit dies für eine nachhaltige und sichere Führung des Konzerns erforderlich ist. Und das tun wir INTERN sehr wohl und sehr gut. Tatsächlich interessiert uns jedoch viel viel mehr, wie wir als Unternehmen unsere Vision umsetzen können, nämlich 100% dezentrale regenerative Energieversorgung, so schnell es geht. Das steht im Vordergrund eben auch unserer Kommunikation, und nicht der „schnöde Mammon“. Die dritte Frage: Wo bleibt der Gewinn? Auch hier haben die beiden juwi Eigentümer ihr Lebensmotto und die Vision in den Vordergrund gerückt. Das Geld verbleibt zu 100 %im Unternehmen (wird thesauriert, wie die Fachleute sagen) und stärkt so das Eigenkapital des Unternehmens. Wir sind eben ein visionsgetriebenes leidenschaftlich für Erneuerbare Energien kämpfendes Unternehmen, und richten alles darauf aus. Eben auch unsere Kommunikationsstrategie und den Umgang mit Geld! Liebe Grüße aus Wörrstadt

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left_corner Erstellt am: 31.07.2013
Fragen an Jochen Magerfleisch
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Lieber Herr Magerfleisch, das ist gut zu wissen - für mich als Nicht-Betriebswirt, der von Unternehmensbilanzen nur wenig versteht: Wovon leben die Inhaber der Firma denn, wenn sie mit der Firma keinen Privatgewinn machen? Noch eine allerletzte Frage, weil ja bald Bundestagswahlen sind: Möchten Sie mir verraten, wen Sie wählen und warum? Mit bestem Dank für Ihre Zeit und Ihre raschen Antworten, Ihr Wolfgang Gründinger

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right_corner Erstellt am: 01.08.2013

Hallo Herr Gründiger, ich hoffe doch nicht, das es die allerletzte Frage war :-). Aber gern wieder der Reihe nach. Also zur ersten Frage: Natürlich bekommen Vorstände auch Gehälter. Und davon leben sie. Die Zweite ist dann schon sehr persönlich, aber auch das will ich gern hier kundtun. Bei dieser Bundestagswahl geht es energiepolitisch und ökologisch um die wesentlichsten Themen unserer Zukunft in Deutschland. Gelingt die Energiewende tatsächlich, oder wird es noch sehr viel länger dauern als technisch und ökonomisch nötig und vor allem ökologisch möglich ist, bis wir unser Land komplett regenerativ versorgen können. Dies wird in wesentlichen Teilen die kommende Bundesregierung entscheiden müssen. Warum? Das EEG ist stark reformbedürftig, ist es doch durch die vielen kleinen sog. Korrekturen der letzten Jahre bis fast bis zur Unkenntlichkeit verschlimmbessert worden. Somit ist die nächste Wahl für unser Land, aber auch für viele weitere Staaten auf der Welt tatsächlich eine Schicksalswahl. Viele Länder und deren politische und ökonomische Führung schaut auf unser Land. Jede Woche bekomme ich Fragen aus vielen Märkten in Europa aber auch anderen Ländern zu diesem Thema. Also: Diese Wahl hat für mich vor allem diese Dimension. Natürlich gibt es viele wesentliche weitere Politikfelder die eines Richtungswechsels bedürfen, aber man muss sich eben entscheiden welches dieser Felder welche aktuelle Bedeutung hat. Meine Wahl dieser Prioritäten habe ich eben so getroffen. Klingt vielleicht etwas Eindimensional, ist jedoch in einer komplexen Welt, in der wir leben, eine Chance, trotz vieler Widersprüche eine klare Position zu vertreten. Schaut man sich dann die Wahlprogramme und die „Eintrittswahrscheinlichkeit“ dieser Versprechen und Programme an, dann ist wohl Ernüchterung angesagt. Nichtsdestotrotz ist eben das Programm sowie die hinter diesem Programm stehenden Menschen der Parameter, der bei einer Wahlentscheidung valide genug ist. Wohlgemerkt, ich spreche von einer akuten Wahlentscheidung und nicht den grundlegenden Werten die ggf. einen Wähler an eine Partei binden. Dies ist sicher hier nicht der geeignete Ort für eine ausführliche Analyse von Wahlprogrammen oder der Glaubwürdigkeit von Politikern. Ich kann ihnen nur sagen, dass ich dies getan habe, und zu einem diesmal sehr eindeutigen Ergebnis gekommen: Ich wähle diesmal Grün! Mit beiden Stimmen! Dies ist meine ganz persönliche Meinung, und klar ist das das nicht die Meinung von juwi ist. UND: ICH GEHE ZUR WAHL. Dazu kann ich Sie und alle Leser dieser Zeilen nur ausdrücklich nachdrücklich und eindringlich auffordern. Es geht um sehr viel, dieses Mal. Sorry, dass es diesmal so lang geworden ist Jochen Magerfleisch

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left_corner Erstellt am: 02.08.2013
Fragen an Jochen Magerfleisch
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Lieber Herr Magerfleisch, das soll's jetzt auch an Fragen gewesen sein - herzlichen Dank für Ihre Zeit und Ihre offenen Worte! Ihr Wolfgang Gründinger

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